Justizzentrum Aachen - Bürgerfreundliche Justitia

Neues Fußbodensystem Terraplan überzeugt in Optik und Funktion

Inmitten des gründerzeitlichen Stadtteils „Frankenberger Viertel“ am Adalbertsteinweg liegt das neue Aachener Justizzentrum. Unter Einbeziehung der bestehenden Bauten von Land- und Amtsgericht ist der Neubau nach den Plänen des Berliner Büros Weinmiller Architekten entstanden. Planer und Bauherr haben dabei gemeinsam ein Justizzentrum konzipiert, das hinsichtlich der Architektur, der zukünftigen Arbeitsabläufe und der Bürgerfreundlichkeit Maßstäbe setzt. Die Böden in dem Neubau wurden mit dem neuartigen Fußbodensystem Dyckerhoff Terraplan hergestellt. Sie überzeugen nicht nur durch ihre brillante Optik, sondern sorgen auch für optimale Gebrauchseigenschaften und Wirtschaftlichkeit.

Im Justizzentrum Aachen haben das Amtsgericht, das Landgericht, das Verwaltungsgericht, das Sozialgericht, das Arbeitsgericht und die Staatsanwaltschaft mit insgesamt rund 900 Bediensteten an einem gemeinsamen Standort ihren Platz gefunden. Hinzu kommt ein Publikumsverkehr von täglich bis zu 1.500 Menschen. Ein Justizzentrum dieser Art auf einer Fläche von 40.000 Quadratmeter ist in Deutschland einmalig. In dem Neubautrakt sind in einem Zentralbau Sitzungssäle, Bibliothek, Kantine und andere Einrichtungen zur gemeinsamen Nutzung untergebracht. Zwei große Schwurgerichtssäle bieten jeweils 200 Zuschauern Platz. Zudem sind zwei moderne Verwaltungsgebäude sowie eine Großgarage mit 378 Stellplätzen entstanden. Ziel dieser Zusammenführung war, Ressourcen besser einzusetzen und durch eine Bündelung der zentralen Dienste und Einrichtungen Synergien zu nutzen. Rund 80 Millionen Euro wurden seit Baubeginn im Januar 2004 verbaut. Ende April 2008 wurde der Neubau offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Justiz der kurzen Wege

Entstanden ist das neue Justizzentrum nach den Plänen des Architekturbüros Weinmiller-Architekten (Berlin/Köln). Die Planer haben dabei die vorhandene Struktur der denkmalgeschützten Gebäude des Amts- und Landgerichts fortentwickelt und architektonische Elemente und Motive auch für den Neubau übernommen. Die Sprache der Architektur setzt dabei auf klare Gliederung und Strukturierung, sowohl im Äußeren, als auch im Inneren. Die Abfolge zusammenhängender Häuser und Höfe wird im Neubau fortgesetzt und ergänzt. Herausragendes Merkmal des Neubaus ist die klare und funktionsgerechte Erschließung des Gebäudekomplexes. Die Gerichtssäle sind um ein holzverkleidetes Atrium als zentraler Halle gruppiert, die Büroräume umschließen große Innenhöfe. Das Konzept der kurzen Wege wird im Justizzentrum sowohl für die Besucher, als auch für die Bediensteten konsequent umgesetzt. Der Zentralbau empfängt die Besucher bereits beim Betreten des Gebäudes in einer hellen und freundlichen Atmosphäre. Zugleich spiegelt die großzügige bauliche Gestaltung des offenen Eingangsbereichs das Selbstverständnis und den Stellenwert der modernen Justiz wider. Das neue Justizzentrum wird den Anforderungen einer funktionalen und bürgerfreundlichen Justiz damit in jeder Hinsicht gerecht.

Brillante Böden aus Beton

Zu der freundlichen und einladenden Atmosphäre tragen auch die in den einzelnen Gebäuden eingebauten Böden bei. Mit Dyckerhoff Terraplan, einem Boden aus reinem Beton, stand Planern und Bauherr dabei ein neues, großflächig fugenloses Fußbodensystem zur Verfügung, das hinsichtlich der Lebensdauer, der Ebenheit, der Reinigungskosten aber auch der Gestaltungsmöglichkeiten neue Maßstäbe setzt.

Eingebaut wurde der Terraplanboden von der Bayer Beton- und Terrazzogruppe, Blaubeuren. Die Betonlieferung erfolgte durch das Werk Aachen der Dyckerhoff Beton GmbH, Niederlassung Niederrhein. Geliefert wurden dabei ca. 300 m³ hochwertiger Terraplan-Unterbeton C35/45 nach DIN EN 206-1/ DIN 1045-2 als leichtverarbeitbarer Beton mit Größtkorn 16 mm. Der Beton wurde im Transportbetonwerk auf die Grundkonsistenz F3 gemischt und auf der Baustelle mittels Hochleistungsfließmittel durch das Dyckerhoff Zentrallabor auf die fließfähige Konsistenz F5 eingestellt. Zur Begrenzung der Trocken- und Temperaturschwindrisse, zur Erhöhung der Belastbarkeit der gebetteten Bodenplatte und zur notwendigen Anpassung der Eigenschaften an den Oberflächenbeton wurden dem Transportbeton statisch wirksame Hochleistungskunststofffasern zugegeben.

Für den ca. 2 cm dicken Terraplan-Oberbeton wurden im Big-Bag-Verfahren 125 m³ Transportbeton mit Dyckerhoff Weiss CEM I 42,5 R - dw im Werk Aachen hergestellt und just in time geliefert. Die Zusammensetzung des Oberbetons wurde genau auf die Betoneigenschaften des Unterbetons und insbesondere durch die Zugabe von Schwindreduzierern auf ein Schwinden von deutlich weniger als 0,4 mm/m eingestellt. Durch die mit dem Verarbeiter abgestimmte Zugabe von Zusatzmitteln konnte der Beton darüber hinaus exakt auf die Verarbeitungsgeschwindigkeit der Einbaukolonne verzögert werden. Damit war ein effektiver Baustellenablauf bei gleich bleibender Qualität über die gesamte Bauzeit und bei unterschiedlichen jahreszeitlich begründeten Baustellenbedingungen gesichert. Dadurch und durch eine ausreichende Nachbehandlung des Betons wurden optimale Eigenschaften für den Schleifprozess ermöglicht, der durch Erreichen des 220iger Schliffes die edle Oberfläche und die gleichmäßige Optik des insgesamt ca. 6.500 m² großen Dyckerhoff Terraplan-Betonbodens sichtbar werden ließ. Die homogene und gleichmäßig wirkende Oberfläche funkelt mit ihrem Quarzanteil der freigelegten Gesteinskörnung förmlich im Licht der großen Empfangshalle. Durch die Verwendung von Dyckerhoff Weiss wird darüber hinaus eine sehr gut differenzierbare Abstufung der grauen Töne und die strahlende Farbgestaltung der Betonböden für den Besucher erlebbar und nimmt damit der Justitia etwas von ihrer Strenge.